Neue Regeln für Kurzzeitvermietungen in Griechenland ab dem 1. Oktober 2025: Alles, was du wissen musst

Markt-Einblicke

28.01.2025

Ab dem 1. Oktober 2025 gibt's in Griechenland neue Regeln für Kurzzeitvermietungen, was die Lage für Plattformen wie Airbnb ziemlich verändert.


Diese neuen Regeln sollen für Sicherheit, Qualität und die Einhaltung lokaler Standards sorgen und regeln alles von natürlicher Beleuchtung und Belüftung bis hin zu Haftpflichtversicherungen und Brandschutzmaßnahmen. Manager von Kurzzeitmietobjekten könnten mit hohen Geldstrafen zwischen 5.000 und 20.000 Euro rechnen, wenn sie die neuen Mindeststandards für Mietobjekte nicht einhalten.


Die neuen Vorschriften treten offiziell am 1. Oktober 2025 in Kraft. Immobilienverwalter müssen sich jedoch im Voraus vorbereiten, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen und Strafen zu vermeiden. Die Kontrollen werden von gemeinsamen Teams des Ministeriums für Tourismus und der IAPR durchgeführt. Neben der Überprüfung der Einhaltung der Standards für Kurzzeitvermietungen führen diese Teams auch Steuerprüfungen vor Ort durch.

Was sind die neuen Regeln für Kurzzeitvermietungen?

Ab dem 1. Oktober 2025 müssen Kurzzeitmietobjekte die folgenden Mindeststandards erfüllen:

1. Hauptnutzung und Grundausstattung:

◦ Die Immobilien müssen als Räume für die Hauptnutzung eingestuft sein und über Tageslicht, Belüftung und eine funktionierende Klimaanlage verfügen.

2. Haftpflichtversicherung:

◦ Immobilienverwalter müssen eine Haftpflichtversicherung abschließen, um Schäden oder Unfälle während des Aufenthalts eines Mieters abzudecken.

3. Sicherheitszertifikate:

◦ Von zugelassenen Elektrikern unterzeichnete Konformitätserklärungen für die Elektrik.

◦ Installation von Feuerlöschern und Rauchmeldern.

◦ Leistungsschalter oder Fehlerstromschutzschalter zur Vermeidung von elektrischen Gefahren.

◦ Deutlich gekennzeichnete Notausgänge für eine sichere Evakuierung.

4. Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen:

◦ Schädlingsbekämpfungs- und Desinfektionszertifikate, die für eine hygienische Umgebung sorgen.

◦ Erste-Hilfe-Kästen, die im Notfall schnell zur Hand sind.

◦ Anzeige von Notrufnummern für sofortige Hilfe.


Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit und Qualität von Kurzzeitmietobjekten verbessern und sicherstellen, dass sie vergleichbare Standards wie andere Unterkunftsarten, z. B. Hotels, erfüllen.

Wie werden die Kontrollen durchgeführt?

Um sicherzugehen, dass alles klappt, werden Teams vom Tourismusministerium und der IAPR Kontrollen machen. Diese Kontrollen umfassen:

1. Vorankündigung

Die Immobilienverwalter werden mindestens 10 Tage vor einer Inspektion benachrichtigt. In dieser Zeit müssen sie die erforderlichen Unterlagen vorbereiten, um die Einhaltung der neuen Standards nachzuweisen.

2. Vor-Ort-Kontrollen

Die Inspektoren prüfen, ob die Immobilien die erforderlichen Standards erfüllen. Gleichzeitig können auch Steuerprüfungen durchgeführt werden, um die korrekte Angabe der Mieteinnahmen zu überprüfen.

3. Vollstreckungsbefugnis

Die Inspektoren haben einen amtlichen Ausweis und schriftliche Anweisungen dabei, in denen der Umfang der Inspektion festgelegt ist. Bei Bedarf kann die Polizei hinzugezogen werden, um den Zugang zur Immobilie sicherzustellen.

4. Nachfolgende Inspektionen

Wenn bei einer ersten Inspektion festgestellt wird, dass eine Immobilie nicht den Vorschriften entspricht, können Folgeinspektionen durchgeführt werden. Wiederholte Verstöße führen zu zunehmend höheren Geldstrafen.

Was passiert, wenn man die Regeln nicht einhält?

Die Strafen für Verstöße sind wie folgt:

• Erster Verstoß:

◦ Eine Geldstrafe von 5.000 € wird verhängt, wenn eine Immobilie die Standards nicht erfüllt oder wenn ein Verwalter die Inspektion behindert.

• Zweiter Verstoß (innerhalb eines Jahres):

◦ Die Strafe verdoppelt sich auf 10.000 €, wenn bei einer Nachkontrolle innerhalb von 12 Monaten ein zweiter Verstoß festgestellt wird.

• Dritter und jeder weitere Verstoß:

◦ Die Geldstrafen werden auf 20.000 € vervierfacht, um die Schwere wiederholter Verstöße zu unterstreichen.


Alle Geldstrafen müssen innerhalb von 15 Kalendertagen bezahlt werden. Wenn das nicht passiert, kann es zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen kommen, einschließlich der Beschlagnahmung von Vermögenswerten durch die Behörden.

Was sind die Ziele der neuen Gesetzgebung?

Die Hauptziele der Gesetzgebung sind:

• Verbesserung von Sicherheit und Qualität

Festlegung von Mindeststandards für Sicherheit und Qualität bei Kurzzeitvermietungen, um das Wohlbefinden der Gäste zu gewährleisten.

• Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen

Es geht darum, Bedenken wegen unfairen Wettbewerbs zwischen nicht regulierten Kurzzeitvermietungen und Hotels auszuräumen. Durch ähnliche Anforderungen will die Regierung gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen.

• Nachhaltige Tourismusentwicklung

Förderung von Praktiken, die lokale Gemeinschaften unterstützen und den europäischen Standards für nachhaltigen Tourismus entsprechen.


Tourismusministerin Olga Kefalogianni hat betont, dass diese Reformen entscheidend für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur Griechenlands sind und gleichzeitig die Integrität der lokalen Nachbarschaften bewahren.

Welche Herausforderungen und Kritikpunkte hat die Branche angesprochen?

Die Hotellerie ist zwar im Großen und Ganzen für die neuen Maßnahmen, weil sie schon lange Bedenken wegen unfairen Wettbewerbs hat, aber es gibt auch einige Kritikpunkte:

Praktische Herausforderungen für ältere Gebäude

Konstantinos Kiamos, Vizepräsident von STAMA Griechenland, hat darauf hingewiesen, dass bestimmte Sicherheitsanforderungen, wie zum Beispiel Notausgänge, möglicherweise nicht für alle Arten von Immobilien umsetzbar sind, vor allem nicht für ältere Gebäude in traditionellen Stadtvierteln.

Mögliche Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Vertreter der Branche haben Bedenken geäußert, wie diese Vorschriften mit den allgemeinen Wohnbedürfnissen der lokalen Gemeinden in Einklang gebracht werden können. Strengere Vorschriften könnten Vermieter davon abhalten, sich am Markt für Kurzzeitvermietungen zu beteiligen, was sich möglicherweise auf die Verfügbarkeit und die Preise von Wohnraum auswirken könnte.

Wie geht's weiter mit den neuen Gesetzen für Kurzzeitvermietungen in Griechenland?

Die Einführung strengerer Standards für Kurzzeitvermietungen in Griechenland ist ein wichtiger Schritt, um Sicherheit, Qualität und Fairness im Gastgewerbe zu gewährleisten. Diese Vorschriften sollen gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Kurzzeitvermietungen und traditionellen Unterkünften wie Hotels schaffen, indem klare Richtlinien für Immobilienverwalter, strenge Kontrollen und Strafen bei Nichteinhaltung durchgesetzt werden. Diese Maßnahmen gehen zwar auf langjährige Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Gäste und der Steuerhinterziehung ein, stellen aber auch ältere Immobilien und den breiteren Wohnungsmarkt vor Herausforderungen. Wichtig ist, dass diese Reformen das Engagement Griechenlands für nachhaltigen Tourismus und den Erhalt der Gemeinden widerspiegeln und sicherstellen, dass die Vorteile des Tourismus gerecht verteilt werden.


Allerdings muss man auch sagen, dass dieses Gesetz noch ganz am Anfang steht und seine praktischen Auswirkungen erst noch gezeigt werden müssen. Wie gut diese Maßnahmen wirklich funktionieren, hängt davon ab, wie sie umgesetzt und durchgesetzt werden und wie sich Immobilienbesitzer, Verwalter und lokale Gemeinden darauf einstellen. Nur die Zeit wird zeigen, ob diese Reformen ihre Ziele erreichen oder ob weitere Anpassungen nötig sind, um mit unerwarteten Problemen fertig zu werden.

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