Daten zeigen: Der griechische Tourismus entwickelt sich zu einem ganzjährigen Modell

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14.04.2026

Eva Karolidou

Ritsa Beach

Wenn Sie Griechenland immer noch als reines Sommerreiseziel betrachten – Sonnenbrand, Sandalen und Sonnenuntergänge auf Santorin –, ist es vielleicht an der Zeit, Ihre Vorstellung davon zu überdenken. Laut einem aktuellen Artikel des Journalisten Ilias Bellos in der Zeitung „Kathimerini“ wandelt sich das Land stetig und auf recht geschickte Weise zu einem ganzjährigen Reiseziel.


Beginnen wir mit den Daten. Laut Visa stieg die Kartennutzung ausländischer Besucher in Griechenland im Jahr 2025 um 12 %, während die Zahl der Touristen, die Visa-Karten nutzten, um 13 %zunahm. Diese Zahlen deuten auf ein stetiges Wachstum sowohl bei den Ankunftszahlen als auch bei den Ausgaben hin, sowie auf einen allgemeinen Trend hin zu digitalen Zahlungen. Über den Komfort hinaus bietet dieser Trend ein klareres Bild davon, wie Besucher das ganze Jahr über mit der griechischen Tourismuswirtschaft interagieren.


Eine bemerkenswerte Veränderung vollzieht sich auch außerhalb der Sommerhochsaison. Das Wachstum konzentriert sich nicht mehr auf Juli und August, da die Ausgaben in der Nebensaison weiter steigen. Insbesondere im Februar 2025 wurde der höchste prozentuale Anstieg verzeichnet, was eine allmähliche Abnahme der Saisonalität verdeutlicht. Dieser Trend deutet darauf hin, dass Griechenland seine Attraktivität als ganzjähriges Reiseziel stetig ausbaut, anstatt sich in erster Linie auf den Sommertourismus zu verlassen.

Happy family on vacation in Greece

Athen im Zentrum des ganzjährigen Tourismus

Während die Inseln im Sommer nach wie vor im Rampenlicht stehen, dominiert Athen – zusammen mit der gesamten Region Attika – still und leise den Rest des Jahres. Auf die Stadt entfielen im Jahr 2025 satte 25 % der gesamten Tourismusausgaben über Visa, was sie zum finanziellen Zentrum des griechischen Tourismus macht. Dies ist durchaus nachvollziehbar, da Athen etwas bietet, was die Inseln nicht vollständig nachbilden können: einen ganzjährigen kulturellen Motor. Museen, Gastronomie, Nachtleben, Geschichte über Geschichte. Es ist eine Stadt, die nicht „schließt“, wenn die Sonne früher untergeht. Sobald jedoch der Sommer kommt, geht die Krone, wie es die Tradition verlangt, an die Inseln der Südägäis über. Das ist keine Überraschung.

Wachstum in aufstrebenden Reisezielen

Über die etabliertesten Orte hinaus zeigen die Daten eine zunehmende Dynamik in anderen Regionen. Der Peloponnes verzeichnete das höchste jährliche Wachstum sowohl bei den Tourismusausgaben als auch bei den Besucherzahlen und lag damit über dem nationalen Durchschnitt. Gleichzeitig behaupten Regionen wie Zentralmakedonien, die Ionischen Inseln und Kreta weiterhin ihre starken Positionen. Dies deutet auf eine ausgewogenere geografische Verteilung der touristischen Aktivitäten hin, wobei sich die Nachfrage über die traditionellen, stark frequentierten Reiseziele hinaus ausdehnt. Etablierte Reiseziele wie Mykonos, Santorin, Rhodos und Korfu zeigen ebenfalls weiterhin eine starke Entwicklung und bestätigen damit ihre anhaltende Attraktivität.

Wer kommt zu Besuch?

Das Vereinigte Königreich bleibt mit einem Anstieg der Kartenausgaben um 13 % der größte Quellmarkt. Es folgen die Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich. Die höchste Wachstumsrate verzeichnete jedoch die Türkei mit einem Anstieg der Ausgaben um 31 % im Vergleich zu 2024. Zuwächse waren auch aus Rumänien und Bulgarien zu verzeichnen, was die wachsende Bedeutung des regionalen und straßengebundenen Tourismus unterstreicht.


Auffällig ist zudem ein deutlicher Anstieg bei den Langzeitbesuchern, also denjenigen, die sich mindestens drei aufeinanderfolgende Monate im Land aufhalten. Ihre Ausgaben stiegen um 10 %, was auf eine allmähliche Verlagerung hin zu längeren Aufenthalten hindeutet, darunter auch bei Remote-Arbeitern und Saisonbewohnern. Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass Besucher ihre Aufenthalte verlängern und einen beständigeren Beitrag zur Tourismuswirtschaft leisten.

Tourismusausgaben nach Kategorien

Daten zu den Ausgabengewohnheiten zeigen, dass das Essen den größten Anteil ausmacht, mit einem Anstieg der Transaktionen um 15 %. Dies unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Gastronomie für das gesamte touristische Erlebnis. An zweiter Stelle steht der Einzelhandel, gefolgt von der Beherbergung. Die höchste Wachstumsrate wurde jedoch in der Kategorie Unterhaltung verzeichnet, was auf ein gesteigertes Interesse an Aktivitäten und kulturellen Erlebnissen während des Aufenthalts der Besucher hindeutet. Im Allgemeinen deutet die Verteilung der Ausgaben auf eine breitere Inanspruchnahme von Dienstleistungen über die Beherbergung hinaus hin, wobei die Besucher einen größeren Teil ihres Budgets für Erlebnisse aufwenden.

Best Cuisine

Der Gesamtüberblick

Diese Entwicklungen werden durch eine strategische Zusammenarbeit zwischen dem griechischen Tourismusministerium und Visa unterstützt, deren Schwerpunkt darauf liegt, Daten zu nutzen, um das Besucherverhalten besser zu verstehen und die Tourismuspolitik darauf abzustimmen. Das Ziel besteht nicht nur darin, die Einnahmen zu steigern, sondern auch ein nachhaltigeres und ausgewogeneres Modell der Tourismusentwicklung zu fördern. Die Daten deuten auf eine allmähliche Verlagerung hin, die darauf abzielt, saisonale Schwankungen zu verringern und die Widerstandsfähigkeit des Sektors zu stärken. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Griechenland offenbar auf ein beständigeres, ganzjähriges Tourismusmodell zusteuert, das durch datengestützte Planung und eine breitere geografische Verteilung der Nachfrage gestützt wird.

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