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Die Bucht von Kyparissia auf dem Peloponnes in Griechenland verzeichnet einen Rekord bei der Anzahl der Nester von Meeresschildkröten

Aktuelles

29.10.2025

Sea Turtle in Greece

An der ruhigen Westküste Griechenlands hat sich in diesem Jahr etwas Bemerkenswertes ereignet. In der Bucht von Kyparissia, einem langen goldenen Sandstrand auf dem Peloponnes, wurde eine der erfolgreichsten Nistsaisonen der Caretta caretta (Unechte Karettschildkröte) seit Jahrzehnten verzeichnet – ein Meilenstein sowohl für den Naturschutz als auch für das Naturerbe Griechenlands. Laut der griechischen Gesellschaft zum Schutz der Meeresschildkröten (ARCHELON) wurden im Jahr 2025 mehr als 6.100 Nester dokumentiert, was einem Anstieg von 74 % gegenüber dem 12-Jahres-Durchschnitt entspricht. Das ist nicht nur ein lokaler, sondern auch ein europäischer Erfolg: Zusammen mit der Laganas-Bucht auf Zakynthos beherbergt Kyparissia nun über 57 % aller Caretta-Caretta-Nester in der Europäischen Union. Damit ist die Bucht von Kyparissia das wichtigste Nistgebiet für Meeresschildkröten im Mittelmeer – ein ruhiges Naturparadies, das eine führende Rolle beim Erhalt einer der ältesten Meeresarten der Welt spielt.

Jahrzehntelanger Artenschutz zahlt sich aus

Die beeindruckenden Zahlen sind kein Zufall. Seit mehr als 30 Jahren schützen die Freiwilligen und Forscher von ARCHELON die Nistplätze in der Bucht von Kyparissia und sorgen dafür, dass die Jungtiere sicher ins Meer gelangen. Im Jahr 2025 mobilisierte das Programm 90 Freiwillige und Feldforscher, darunter 27 Studierende, die von Mai bis September Tag und Nacht im Einsatz waren. Gemeinsam überwachten sie Strände, sammelten Daten und klärten sowohl Einheimische als auch Touristen über die Bedeutung des Schutzes von Küstenlebensräumen auf. 


Über 5.800 Einwohner und Besucher nahmen zudem an Sensibilisierungsmaßnahmen teil, darunter geführte Strandspaziergänge, Vorträge an Schulen und Aufräumaktionen. Im Rahmen des von der EU finanzierten LIFE-Projekts „MareNatura“ stattete ARCHELON außerdem erwachsene Schildkröten mit Satellitensendern aus und sammelte so wertvolle Daten über ihre Wanderrouten und Nahrungsgebiete. Diese langfristige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Freiwilligen und der Bevölkerung zeigt, wie nachhaltiger Tourismus und Umweltschutz Hand in Hand gehen können – ein Modell, das sich perfekt in Griechenlands zunehmenden Fokus auf grüne Entwicklung einfügt. Die Organisation fordert die unverzügliche Umsetzung des griechischen Nationalen Aktionsplans für die Caretta caretta sowie einen stärkeren institutionellen Schutz für das Naturschutzgebiet der Bucht von Kyparissia. 


„Die Erholung der Caretta-caretta-Population ist eine nationale Errungenschaft“, stellt ARCHELON fest, „aber es handelt sich um eine fragile Errungenschaft, die von fortlaufendem Schutz, finanzieller Unterstützung und verantwortungsvollem Küstenmanagement abhängt.“

Wie sieht es mit der Bucht von Kyparissia aus?

Abgesehen von ihrer ökologischen Bedeutung ist die Bucht von Kyparissia eines der atemberaubendsten Reiseziele auf dem Peloponnes, einer Region, die für ihre Authentizität, ihre Olivenhaine und ihren gemächlichen Lebensstil bekannt ist. Besucher werden von den endlosen Stränden, dem kristallklaren Wasser und der friedlichen Atmosphäre angezogen – fernab von den überfüllten Inseln. Kleine Orte wie Kyparissia, Kalo Nero und Filiatra versprühen traditionellen griechischen Charme, während das nahegelegene antike Olympia und Kalamata sich perfekt für Tagesausflüge eignen. In vielerlei Hinsicht spiegelt Kyparissia das Herz des modernen Griechenlands wider – ein Ort, an dem Natur, Kulturerbe und Gemeinschaft im Einklang stehen. Der Peloponnes ist eine der vielfältigsten und faszinierendsten Regionen Griechenlands, und seine wachsende internationale Anziehungskraft lässt sich anhand aktueller Zahlen deutlich erkennen. 

Griechenlands umfassendes Engagement für den Artenschutz

Über die Caretta caretta hinaus beherbergt Griechenland eine Vielzahl geschützter Arten – von der Mönchsrobbe (Monachus monachus) in der Ägäis bis zum Dalmatinischen Pelikan am Kerkini-See und seltenen Vogelarten in seinen Feuchtgebieten und Bergen.  Die vielfältigen Ökosysteme des Landes, die von alpinen Wäldern bis hin zu Küstenlagunen reichen, machen es zu einer der artenreichsten Regionen Europas. Viele dieser Lebensräume stehen unter dem Schutz des Natura-2000-Netzwerks, was die anhaltenden Bemühungen Griechenlands widerspiegelt, sein Naturerbe zu bewahren und gleichzeitig einen nachhaltigen Tourismus zu fördern. So wurde beispielsweise die Insel Nisyros kürzlich zum griechischen UNESCO-Geopark ernannt, wie Sie hier sehen können.

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