Griechenland führt ein nationales Register für Immobilienbesitz und -verwaltung (ΜΙΔΑ) ein

Aktuelles

13.03.2026

Eva Karolidou

Villa Saturday

Griechenland bereitet die Einführung einer umfassenden Reform der Erfassung von Eigentumsverhältnissen und der Nutzung von Immobilien vor. Mit der Einrichtung des „Μητρώο Ιδιοκτησίας και Διαχείρισης Ακινήτων“ (ΜΙΔΑ) – übersetzt: „Register für Immobilienbesitz und -verwaltung“ – wollen die Behörden ein umfassendes digitales Verzeichnis aller Immobilien im Land erstellen.


Das Projekt wird von der Unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen (Ανεξάρτητη Αρχή Δημοσίων Εσόδων – ΑΑΔΕ) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für nationale Wirtschaft und Finanzen entwickelt. Ziel ist es, fragmentierte Immobilieninformationen auf einer einzigen Plattform zu bündeln und ein klareres Bild der Eigentumsverhältnisse und der Nutzung von Immobilien im ganzen Land zu vermitteln.


Das neue Register spielte auch eine herausragende Rolle in den Diskussionen auf der von der Panhellenischen Föderation der Immobilienbesitzer (ΠΟΜΙΔΑ) organisierten Immobilienbesitzerkonferenz. Die Veranstaltung brachte Vertreter der Regierung, der lokalen Behörden, der Unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen (ΑΑΔΕ), des griechischen Katasters sowie Immobilienbesitzer aus dem ganzen Land zusammen.


Während der Konferenz wurde das neue Register als eine der bedeutendsten Reformen im griechischen Immobiliensektor der letzten Jahre vorgestellt. In seiner Rede bezeichnete der Minister für Wirtschaft und Finanzen, Kyriakos Pierrakakis, die Initiative als „die systematischste Erfassung der Nutzung privater Immobilien, die jemals im Land durchgeführt wurde“. Dem Minister zufolge wird das Register dem Staat einen umfassenden digitalen Überblick über den Immobilienbestand des Landes und die tatsächliche Funktionsweise des Immobilienmarktes verschaffen.

Zerstreute Daten in einem System zusammenführen

Bislang waren Immobilieninformationen in Griechenland auf mehrere Institutionen verteilt. Steuerdaten stammen aus den über Taxisnet eingereichten E9-Erklärungen und enthalten die von der Steuerbehörde verwendete eindeutige Immobilienidentifikationsnummer (Αριθμός Ταυτότητας Ακινήτου – ΑΤΑΚ). Gleichzeitig werden Katasterdaten vom griechischen Katasteramt verwaltet, wo jeder Immobilie eine nationale Katasternummer (Κωδικός Αριθμός Εθνικού Κτηματολογίου – ΚΑΕΚ) zugewiesen wird.


Weitere Informationen werden von anderen Organisationen gespeichert, wie beispielsweise dem griechischen Stromverteilungsnetzbetreiber (ΔΕΔΔΗΕ), der die Stromversorgungsnummern verwaltet, sowie von Wasser- und Abwasserbetrieben. Baugenehmigungen werden über die Technische Kammer Griechenlands (Τεχνικό Επιμελητήριο Ελλάδας – ΤΕΕ) erfasst.


Das Register für Eigentumsverhältnisse und Immobilienverwaltung soll diese Systeme miteinander verbinden und deren Daten in einem digitalen Register zusammenführen. Für jede Immobilie wird eine eigene elektronische Datei angelegt, die ihre wesentlichen Merkmale und Verwaltungsinformationen enthält.


Diese Dateien sollen Angaben zu Art, Lage, Fläche und Etage der Immobilie sowie Informationen zu ihrem Status enthalten – ob sie an das Stromnetz angeschlossen, unfertig, leerstehend, vermietet oder zur kostenlosen Nutzung überlassen ist.

Immobilieneigentümer werden ihre Angaben überprüfen

Im Rahmen der Einführung des Registers wird die Unabhängige Behörde für öffentliche Einnahmen die Immobilienbesitzer auffordern, sich auf der künftigen Plattform anzumelden und die zu ihren Immobilien gespeicherten Informationen zu überprüfen.


Diese Überprüfungsphase soll sicherstellen, dass die aus verschiedenen Systemen übertragenen Daten korrekt sind. Eigentümer haben die Möglichkeit – und sind in einigen Fällen dazu verpflichtet –, Ungenauigkeiten zu korrigieren oder fehlende Angaben hinzuzufügen, damit das Register die tatsächlichen Merkmale ihrer Immobilien widerspiegelt.


Der Prozess kommt einer landesweiten Aktualisierung der Immobilienregister gleich.

Verbesserung der Steuertransparenz

Eines der Hauptziele des Registers für Eigentumsverhältnisse und Immobilienverwaltung ist die Stärkung der Steueraufsicht.


Durch die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen wird die Behörde für öffentliche Einnahmen in der Lage sein, wirksamere Gegenprüfungen durchzuführen. So kann die Behörde beispielsweise Fälle aufdecken, in denen eine Immobilie offenbar vermietet ist, in der Steuererklärung jedoch keine Mieteinnahmen angegeben wurden. Auch Abweichungen zwischen Katasterdaten und Steuererklärungen lassen sich möglicherweise leichter erkennen.


Das Register kann zudem dazu beitragen, dass die Grundsteuer (ENFIA) genauer den Merkmalen und dem objektiven Wert der jeweiligen Immobilie entspricht.

Überwachung landwirtschaftlicher Flächen

Das Register soll zudem eine Rolle bei der Überprüfung von landwirtschaftlichen Flächen spielen, die in Förderanträgen angegeben werden. Sobald die künftige Plattform mit dem Kataster verbunden ist, wird sie es den Behörden ermöglichen, digitale Datensätze für landwirtschaftliche Parzellen anzulegen, die deren geografische Lage, Größe, Bodenkategorie und Pachtvereinbarungen enthalten. Dies wird dazu beitragen, zu bestätigen, dass die in Förderanträgen angegebenen landwirtschaftlichen Flächen tatsächlich existieren und dass etwaige Pachtvereinbarungen rechtmäßig sind.


Landwirte sind bereits verpflichtet, bei der Einreichung von Förderanträgen die ΑΤΑΚ für landwirtschaftliche Parzellen anzugeben. Künftig werden diese Angaben mit den im neuen Register gespeicherten Informationen abgeglichen.

Ein Schritt hin zu einer integrierten Grundstücksverwaltung

Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Modernisierung der griechischen öffentlichen Verwaltung durch digitale Infrastruktur und vernetzte Datensysteme. Nach vollständiger Umsetzung wird das Register den Behörden einen einheitlichen Überblick über die Immobilienlandschaft des Landes bieten und die Datenfragmentierung minimieren.


Für Grundstückseigentümer markiert dies den Beginn eines neuen Systems, in dem für jede Immobilie ein einziger digitaler Datensatz geführt wird – einer, der Steuer-, Kataster- und Versorgungsinformationen an einem einzigen Ort zusammenführt.

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