Griechenland führt ein automatisiertes System zur Immobilienbewertung ein

Aktuelles

08.04.2026

Eirini Notara

Die griechische Regierung bereitet eine umfassende Reform der Methode zur Ermittlung von Immobilienwerten vor. Ein neues automatisiertes System zur Ermittlung der „objektiven Werte“ – also der offiziellen Immobilienpreise, die für Steuerberechnungen herangezogen werden – soll voraussichtlich Anfang 2027 in Betrieb genommen werden.

Diese Initiative zielt darauf ab, die steuerpflichtigen Immobilienwerte stärker an die tatsächlichen Marktbedingungen anzupassen und damit langjährige Diskrepanzen zwischen den amtlichen Bewertungen und den tatsächlichen Verkaufspreisen zu beseitigen.


Der objektive Wert einer Immobilie ist die von der Regierung festgelegte offizielle Bewertung, die als Grundlage für die Berechnung immobilienbezogener Steuern dient, darunter die Grunderwerbsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie die jährliche Grundsteuer (ENFIA). Da diese Werte häufig von den tatsächlichen Marktpreisen abgewichen sind, zielt das neue System darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem die objektiven Werte enger an die tatsächlichen Marktbedingungen angepasst werden, um sowohl für Immobilienbesitzer als auch für die Steuerbehörden einen faireren, transparenteren und zuverlässigeren Rahmen zu gewährleisten.

Die Lücke zwischen Markt- und Steuerwerten schließen

Derzeit liegen die objektiven Werte in Griechenland deutlich hinter den tatsächlichen Marktpreisen zurück. In vielen Gebieten liegen die tatsächlichen Immobilienverkaufspreise Schätzungen zufolge etwa 50 % über den für die Besteuerung herangezogenen offiziellen Werten. Wie der Minister für digitale Governance, Dimitris Papastergiou, es ausdrückt: „Die offiziellen Preise sind weit von den tatsächlichen Marktpreisen entfernt“, was zu Verzerrungen auf dem Immobilienmarkt und zu Unstimmigkeiten bei der Bewertung von Immobilienvermögen geführt hat.


Die geplante Reform zielt darauf ab, diese Diskrepanz zu beseitigen. Im Rahmen des neuen Systems werden die objektiven Werte automatisch an die Markttrends angepasst. Steigen die Immobilienpreise, erhöhen sich die Werte entsprechend. Fallen die Preise, sinken die objektiven Werte. Dieser dynamische Mechanismus soll die Marktbedingungen in Echtzeit genauer widerspiegeln als das derzeitige statische System.

So funktioniert es

Ein zentraler Pfeiler der Reform ist die Entwicklung einer modernen digitalen Infrastruktur, die die automatische Anpassung von Immobilienwerten unterstützt. Die aktualisierte Plattform valuemaps.gov.gr bietet bereits Zugang zu wichtigen Bewertungsdaten, darunter Zonenpreise, Anpassungsfaktoren und detaillierte Kartentools, wodurch Nutzer besser nachvollziehen können, wie Immobilienwerte ermittelt werden.


Darüber hinaus schafft die Einführung des Registers für Eigentumsverhältnisse und Immobilienverwaltung (ΜΙΔΑ) in Verbindung mit dessen Anbindung an das nationale Kataster eine einheitliche und zuverlässige Datenbank mit Immobilieninformationen. Diese Integration ermöglicht den Behörden einen klaren und umfassenden Überblick über die Eigentumsverhältnisse und Marktaktivitäten im ganzen Land.


Auf dieser digitalen Grundlage wird das neue System funktionieren, indem es kontinuierlich Informationen aus verschiedenen Quellen sammelt und verarbeitet, darunter:


  • - Behörden und staatliche Dienststellen

  • - Lokale Kataster- und Bewertungsämter

  • - Bankinstitute, die Immobilienwerte für Kreditvergabezwecke bewerten

  • - Notare, die Transaktionspreise erfassen

  • - Trends auf dem Mietmarkt, die Aufschluss über Nachfrage und Preisdynamik geben

  • - Private Immobilienunternehmen, die Marktinformationen bereitstellen


Durch die Kombination dieser Inputs verfolgt das System Veränderungen auf dem Immobilienmarkt und passt die objektiven Werte automatisch, konsistent und zeitnah an.


Einfach ausgedrückt: Anstatt sich auf gelegentliche manuelle Aktualisierungen zu verlassen, fungiert das System als dynamischer Mechanismus, der die Immobilienbewertungen konsistent und zeitnah an die realen Marktbedingungen anpasst.

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Was dies für Immobilienbesitzer bedeutet

Für Immobilienbesitzer wird das neue System die seit langem überfällige Klarheit bringen. Offizielle Immobilienbewertungen werden endlich die tatsächlichen Marktbedingungen widerspiegeln und sich automatisch an die Marktentwicklung anpassen. Dies bedeutet ein genaueres und transparenteres Bild davon, was ihre Vermögenswerte tatsächlich wert sind.


Die Integration des ΜΙΔΑ-Registers spielt dabei eine wichtige Rolle. Dank einer zentralisierten und detaillierten Erfassung von Eigentumsverhältnissen und Immobilienmerkmalen profitieren Eigentümer von weniger Unstimmigkeiten und einem klareren Überblick über ihr Vermögen, was die Immobilienverwaltung erheblich vereinfacht.