Berühmte griechische Architekten: Das „Urban Soul“-Projekt

Interviews

03.05.2022

Eva Karolidou

5 Minuten

Beim Entwerfen von Gebäuden und Räumen geht es darum, Erlebnisse zu schaffen, nicht nur etwas Attraktives, und die Herausforderungen der heutigen Zeit haben Architekten zu einem noch unverzichtbareren Bestandteil des Bauprozesses gemacht.

Dies sind einige der Punkte, die Tasos Georgantzis, Inhaber des Architekturbüros Urban Soul Project (USP), ansprach, als wir uns kürzlich mit ihm zu einem Gespräch trafen. Vor rund 12 Jahren gründete Herr Georgantzis gemeinsam mit Konstantinos Floros das Büro USP, das sich zu einem der größten und erfolgreichsten Architekturbüros des Landes entwickelt hat. Mit 75 Mitarbeitern und einem beeindruckenden Portfolio an Projekten innerhalb und außerhalb Griechenlands trägt USP dazu bei, die Art und Weise, wie Gebäude in Griechenland wahrgenommen und genutzt werden, neu zu gestalten.


Der Leiter von USP, der in Thessaloniki, Liverpool und London studiert hat, ist zu einer Art Repräsentanten der jüngeren Generation von Griechen geworden, die aus der Wirtschaftskrise des Landes mit einer kreativeren, weltoffeneren Sicht auf die Welt hervorgegangen sind und bereit sind, sich dem globalen Wettbewerb zu stellen. Durch die Gestaltung von Häusern, Wohnungen, Hotels, Arbeitsräumen, Restaurants, Geschäften und öffentlichen Bereichen geht USP jedes Projekt von einem anderen Ausgangspunkt aus an und lotet dabei seine kreativen Grenzen aus.

„Es gibt Millionen von Möglichkeiten, einen erfolgreichen Raum zu gestalten, da jedes Mal andere Bedürfnisse erfüllt werden müssen. Und wenn ich von Bedürfnissen spreche, meine ich damit nicht nur die bestehenden, sondern auch solche, die in Zukunft entstehen könnten, oder solche, die noch nicht erkannt wurden“, sagte Herr Georgantzis.


Die Gebäude mögen zwar fest im Boden verankert sein, doch stehen Architekten vor sich ständig verändernden Herausforderungen. Sich wandelnde Energiebedürfnisse, ESG-Anforderungen und Arbeitsgewohnheiten, die durch Umweltbelange und die Pandemie hervorgerufen wurden, bedeuten, dass sich die Anforderungen an Wohn- und Büroräume schlagartig verändert haben und dies auch in den kommenden Jahren so bleiben dürfte. Der Bedarf an Veränderung und Flexibilität spielt eine dominierende Rolle bei Entwürfen, bei denen die Zukunftssicherheit eines Hauses ebenso wichtig ist wie die Schaffung eines praktischen Wohnraums. „Das Hauptziel des


Architekten ist es, auf bestehende und neu entstehende Bedürfnisse einzugehen. Die Erforschung von Konzepten, Formen, Materialien und Standards ist das Wesen der Architektur“, sagt Herr Georgantzis.

„Die Gestaltung von Gebäuden und Räumen, die den heutigen Anforderungen an energieeffiziente Projekte gerecht werden, ist eine sich ständig weiterentwickelnde Herausforderung. So führen wir bei USP beispielsweise seit zwei Jahren umfangreiche Forschungen zur Gestaltung von Arbeitsräumen durch. Wir untersuchen Grundrisse, Typologien und Materialien und versuchen, neue Antworten auf Fragen zu finden, die als geklärt galten. Es ist ein spannender Prozess“, fügt er hinzu. Das in


Thessaloniki ansässige Unternehmen hat eine Reihe beeindruckender Projekte in der nordgriechischen Stadt entworfen, darunter die Büros von Elxis, die im Rahmen der Architekturführungen von Open House Thessaloniki vorgestellt wurden. USP hat zudem mit Niederlassungen in Athen und London expandiert und dabei zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Erst kürzlich, im Januar, gehörte das Unternehmen zu den Gewinnern des renommierten German Design Award 2022 in der Kategorie „Excellent Architecture – Interior Architecture“ für seinen Entwurf des Prodea-Gebäudes in Athen.

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