Die schönsten Weihnachtstraditionen in Griechenland

Geschichte & Kultur

01.12.2024

Das erste Bild, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Griechenland denkt, ist ein Meerblick von einer Insel in der Ägäis bei strahlendem Sommersonnenschein. Doch Weihnachten in Griechenland ist eine der schönsten Zeiten des Jahres. In den großen griechischen Städten wie Thessaloniki und Athen verwandeln sich die Straßen durch Lichterketten. Und in den griechischen Dörfern erleben wir lokale kulinarische Traditionen und Weihnachtsmärkte. In diesem Artikel entdecken wir all die einzigartigen Weihnachtstraditionen Griechenlands.
Kourabiedes

Griechen schmücken Boote zu Weihnachten

Ja, das ist richtig. Anstelle eines Baumes schmücken die Griechen zu Weihnachten ein Boot. Damit ehren sie den Heiligen Nikolaus, den Schutzpatron der Fischer und Seeleute. Denn in der Vergangenheit war die Fischerei einer der beliebtesten Berufe. Außerdem symbolisiert das Boot mit der Geburt Christi eine neue Reise im Leben. Das Schmücken von Bäumen ist eine relativ neue Tradition, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand.
Griechisches Weihnachtsboot

Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke am 1. Januar

Die Griechen sind dafür bekannt, Dinge bis zur letzten Minute aufzuschieben. Griechische Kinder erhalten ihre Geschenke am Neujahrstag und nicht an Weihnachten. Dies liegt daran, dass der 1. Januar der Tag des Heiligen Basilius ist. Der Heilige Basilius ist dafür bekannt, Spielzeug und Weihnachtsleckereien zu bringen. In einigen Regionen Griechenlands, wie beispielsweise auf Kreta, ist es üblich, Geld anstelle von Sachgeschenken zu verschenken. Dies ist als die Tradition von „Kali Hera“ (Gute Hand) bekannt – das Verschenken von Geld an Nichten und Neffen, die an Silvester oder am Neujahrstag zu Besuch sind.

Melomakarona und Kourabiedes

Melomakarona werden aus Olivenöl, Mehl, Honig und Zitrone oder Orange hergestellt. Relativ gesehen sind sie gesünder als die meisten Desserts und enthalten oft Zimt und Walnüsse. Melomakarona wurden bereits im antiken Griechenland gegessen, als bei Beerdigungen eine Gerstenmischung namens Makaria verzehrt wurde. Die Zugabe von Honig zu dieser Mischung ergibt den Namen „Melomakarona“.   Kourabiedes sind in Griechenland als Weihnachtsgebäck bekannt, und die Hauptzutaten sind Mehl, Butter, Mandeln, Zucker und Brandy. Das Wichtigste ist der Puderzucker oben drauf, der beim Reinbeißen eine wunderbare Süße verleiht. Kourabiedes haben ihre Wurzeln im Persien des 7. Jahrhunderts und fanden schließlich ihren Weg nach Griechenland.
Melomakarona

Die Griechen feiern bis zum 6. Januar

Der Dreikönigstag ist einer der größten Feiertage des Jahres in Griechenland. Er wird vor allem in den Küstenregionen Griechenlands gefeiert. Priester werfen ein Kreuz ins Meer, und junge Männer tauchen hinein, um es wieder herauszuholen. Die Symbolik dieses Tages ist die Taufe Jesu Christi durch Johannes den Täufer.
Dreikönigstag in Griechenland

Weihnachtslieder in Griechenland

Eine weitere Weihnachtstradition ist das Singen von Weihnachtsliedern. „Kalanda“, das griechische Wort für Weihnachtslieder, werden üblicherweise an Weihnachten, Neujahr und am Dreikönigstag gesungen. Es ist üblich, dass Kinder, entweder einzeln oder in Gruppen, Häuser und Geschäfte besuchen, begleitet von einem Triangel, und die Weihnachtslieder singen. Dazu fragen sie: „na ta poume?“, was übersetzt „sollen wir sie (die Weihnachtslieder) erzählen?“ bedeutet. Früher wurden die Weihnachtssänger mit Süßigkeiten belohnt, doch heute geben die meisten Menschen den Sängern ein Trinkgeld.

Das Anschneiden der Vasilopita

Die Griechen backen ein besonderes Brot zu Ehren des Heiligen Basilius, des griechischen Weihnachtsmanns. Zu seinen Ehren wird ein spezielles Brot namens Vasilópita gebacken, das Eier, Milch, Mehl, Zucker, Butter und manchmal Walnüsse enthält. In den Kuchen wird eine Glücksmünze eingebacken, und nach Mitternacht an Neujahr kommen alle zusammen, um die Vasilopita anzuschneiden. Wer die Münze findet, wird im kommenden Jahr Glück haben.
Vasilopita

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