Dimitris Karampatakis, Mitbegründer
Wie sieht der Designprozess bei K-Studio aus?
Karampatakis erläuterte uns den Designprozess in einem Zoom-Gespräch und erklärte, dass die physische Umgebung stets den Ausgangspunkt bildet: „Das grundlegende Design des Grundstücks ist der Ausgangspunkt. Anschließend befassen wir uns mit dem kulturellen und kontextuellen Verständnis und berücksichtigen dabei, wer vor uns dort lebte und wie diese Menschen lebten.“
Können Sie uns mehr über den Schwerpunkt „Slow Living“ erzählen?
„Slow Living bedeutet, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, als eigentlich nötig wäre, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Das macht zunächst Spaß, und dann merkt man, dass es auch gesund ist. In Griechenland hatten wir schon immer ein Verständnis dafür – einen Rhythmus im Leben.“ Karampatakis merkte an, dass der griechische Ansatz des Slow Living dabei hilft, Spannungen abzubauen und Dinge zu verarbeiten.
Wird sich das „Slow Living“ in Griechenland jemals ändern?
„Slow Living wird in griechischen Städten zunehmend zu einem Luxus, und es gibt Widerstand dagegen. In unseren Projekten versuchen wir, Räume zu schaffen, die einen dazu zwingen, länger zu brauchen, um ans Ziel zu gelangen, und gleichzeitig einen Raum für emotionale Stille zu schaffen. Wenn wir uns in einem Gebäude befinden, wollen wir nicht in höchster Alarmbereitschaft sein – wir wollen entspannt sein. Einfache Elemente jenseits der Architektur, wie warmes Licht oder die Anwesenheit eines Baumes, können dabei helfen.“
Wie sieht die Zukunft der Architektur in Griechenland aus?
„Es wird viel in diesen Bereich investiert, daher ist die Architektur in Griechenland derzeit insgesamt in guter Verfassung. Um gute Arbeit zu leisten, ist zunehmend ein komplexes Team erforderlich.“ Karampatakis ging auch auf die Zugänglichkeit der griechischen Architektur ein: „Der Maßstab in Griechenland ist sehr menschlich. Er zelebriert das Leben und den Menschen. Das ist ein Grund, warum Griechenland für Touristen so attraktiv ist.“ Karampatakis sieht auch Chancen in der natürlichen Landschaft und nennt als Beispiel ein Höhlenhaus: „Wir haben das Privileg, einen Vulkan zu haben. Das Graben eines Lochs in den Hang des Vulkans ist eine Form der Architektur. Wenn man mitten in London ein Loch gräbt, hat das nicht denselben Effekt.“