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Segeln in Griechenland: Die Winde des Mittelmeers

Lebensstil

24.03.2025

5 Minuten

Kythnos Island

Griechenland ist ein ideales Segelland. Es besteht aus sieben verstreuten Inselgruppen – nämlich Kreta, die Kykladen, den Dodekanes, die Ionischen Inseln, die Sporaden, die Saronischen Inseln und die östliche Ägäis. Jede Region hat ihre eigenen Besonderheiten und Windverhältnisse. Für Segler bedeutet dies, dass hier Segelmöglichkeiten für alle Erfahrungsstufen zu finden sind, vom Anfänger bis zum Profi. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, welche Windverhältnisse jede Region einzigartig machen.

Ionisches Meer

Das Ionische Meer liegt an der Westgrenze Griechenlands. Der Sommerwind in dieser Region ist als „Maistro“ bekannt. Es handelt sich um einen sanften Nordwestwind, der von Mai bis September meist für eine zuverlässige Brise sorgt. Manche sagen, man könne „seine Uhr nach dem Wind stellen“. Vor 11 Uhr weht meist kein Lüftchen. Am :00amfrühen Nachmittag kommt dann eine Brise auf, die ideale Bedingungen für entspanntes Segeln schafft. Man sagt, der Wind „schlafe“ in der Abenddämmerung ein. Im südlichsten Teil der Ionischen Inseln ist die See fast immer ruhig, da Zakynthos und Kefallonia vor dem Wind schützen.


Ägäisches Meer

Die Ägäis ist bekannt für ihre starken Winde, die auch als „Meltemi“ bezeichnet werden. Der Meltemi ist ein Fallwind, der aus Nordgriechenland herabströmt und über die Kykladen hinwegfegt. Der Meltemi ist für unerfahrene Segler gefährlich, da er Geschwindigkeiten von 15 bis 20 Knoten erreicht. In der Regel setzt er am frühen Nachmittag ein und lässt am Abend nach, kann aber auch mehrere Tage lang ununterbrochen wehen.

Kykladen

Die Kykladen, zu denen Santorin, Mykonos und Paros gehören, sind vom Meltemi betroffen, insbesondere wenn sich das Land im Sommer aufheizt. Die Meltemi-Winde lassen im Herbst nach, was für schöne Segeltörns in der Spätsaison sorgt.


Sporaden

Dieses abgelegene Gebiet im nördlichen Mittelmeer, zu dem die Inseln Skiathos, Skopelos und Alonnisos gehören, kann im Sommer ebenfalls von einer Meltemi-Brise heimgesucht werden. Die Sporaden sind jedoch im Allgemeinen üppiger bewachsen und weniger windig als die Kykladen.


Saronischer Golf

Der Saronische Golf, zu dem die Inseln Poros und Ägina gehören, ist besser vor den Winden der Ägäis geschützt, und abgesehen von den südöstlichen „Sirocco-Winden“ am Nachmittag weht hier normalerweise nicht viel Wind. Im Juli und August weht ein Meltemi, der jedoch schwächer ist als auf den Kykladen.

Die Winde der alten Griechen

Zephyrus

Zephyrus war einst als Gott des Westens bekannt und bringt leichte Frühlings- und Sommerwinde. Er ist für Seefahrer nicht gefährlich, und jede sanfte Brise kann heute als „Zephyr“ bezeichnet werden. Der Gott des Westens, Zephyrus, soll der Göttin Chloris die Herrschaft über die Blumen übertragen haben. Deshalb sagt man, dass Zephyr-Winde der Vegetation zuträglich sind.


Eurus

Eurus ist der Name für den Ostwind aus der griechischen Mythologie. Er war nicht unbedingt an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, sondern stand vielmehr für Unheil oder ungünstige Ereignisse. In Griechenland tritt der Ostwind in der Regel nicht allein auf, sondern begleitet einen Nord- oder Südwind.


Notos

Notos (Notus) ist der Name für die Südwinde, die in Griechenland gefährlich sind. Dies liegt daran, dass die meisten Häfen in Griechenland für diese Art von Winden nicht günstig gelegen sind. Notos-Winde wehen hauptsächlich im Winter. Ein solcher Notos-Wind wird Sirocco genannt und weht zwischen April und Oktober. Er trägt Staub aus Nordafrika mit sich und verringert die Sicht in den südlichen Gebieten Griechenlands. Die feuchte Luft aus dem Süden schafft Bedingungen für Gewitter.


Boreas

Boreas, der Nordwind, kommt in Griechenland am seltensten vor. Der Boreas weht nur im Winter und bringt kalte Luft aus Sibirien mit sich.

Wo sollte ich in Griechenland segeln?

Jede Inselgruppe Griechenlands bietet Seglern einzigartige Besonderheiten. Die Inseln im Ionischen Meer und im Saronischen Golf sind für ihre ruhige See bekannt, während die Kykladen für ihre starken Meltemi-Winde bekannt sind. Ganz gleich, für welches Segelrevier Sie sich entscheiden, Sie werden mit Sicherheit eine neue Perspektive auf Griechenland gewinnen, das viele abgelegene Strände und Sehenswürdigkeiten bietet, die vom Land aus nicht erreichbar sind. Zahlreiche Charterunternehmen in Griechenland bieten Ihnen die Möglichkeit, ein eigenes Boot zu mieten oder ein Boot mit einem lokalen Kapitän zu chartern. Als Faustregel gilt: Bei der Planung Ihrer Reise sollten Sie sich am besten nicht auf bestimmte Inseln festlegen und stets einen Plan B bereithalten, falls der Wind zunimmt. Diese Unternehmen können Ihnen dabei helfen, eine Reiseroute zusammenzustellen, bei der Sicherheit, Abwechslung und Entspannung im Vordergrund stehen.

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