Athenische Museen kurbeln den lokalen Immobilienmarkt an

Geschichte & Kultur

25.05.2023

3 Minuten

Im Athener Stadtteil Vathis-Platz hat eine Neugestaltung des Nationalen Archäologischen Museums dazu geführt, dass sich die Mieten in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt haben.

 

Laut Daten von indomio.gr für den Zeitraum 2017–2022 sind die Immobilienpreise am Vathis-Platz, der direkt neben dem Museum liegt, in diesem Zeitraum um 99 % gestiegen (auf 1.401 Euro pro m²). In Exarchia betrug der Anstieg im gleichen Zeitraum 78 % (auf 1.994 Euro pro m²).

 

Die jüngsten Modernisierungsmaßnahmen stellen eine umfassende Erneuerung der 150 Jahre alten Ausstellung im Nationalen Archäologischen Museum dar. Viele Athener fordern seit Jahren eine Modernisierung.

Betroffene Gebiete

Der Anstieg der Immobilienpreise in den unmittelbaren Umgebungen von Exarchia, dem Vathis-Platz, dem Victoria-Platz und Kypseli wird als Folge dieser Erweiterung angesehen. Museumsrenovierungen schaffen nicht nur einen neuen Anreiz für Touristen, sondern auch einen Treffpunkt für Einheimische und beinhalten oft Erweiterungen mit Grünflächen. 


So wird die neue Erweiterung beispielsweise eine unterirdische Verbindung umfassen, die das Museum mit einem nahegelegenen Kulturzentrum namens „Acropole Across“ verbindet.

 

Der Aufschwung auf dem lokalen Immobilienmarkt wird als „Bilbao-Effekt“ bezeichnet. In der spanischen Stadt Bilbao machte die Eröffnung des Guggenheim-Museums im Jahr 1997 die ursprünglich vorwiegend industrielle Stadt fast über Nacht zu einer internationalen Attraktion für Kunst und Luxus.

Weitere Veränderungen stehen bevor

Ein weiterer Stadtteil Athens, der sich im Wandel befindet, ist Akadimia Platonos im inneren Westen der Hauptstadt. Dieses Gebiet war historisch gesehen unterentwickelt, wird jedoch die neue Heimat der Platon-Akademie werden, eines unterirdischen Museums, das bald Tausende antiker Artefakte beherbergen wird. 

 

Insgesamt wird es sich über 13.500 Quadratmeter erstrecken und über ein Amphitheater sowie angeschlossene Parks und Picknickplätze verfügen.

Anderswo in Griechenland

Der „Museumsrat“ des griechischen Kulturministeriums hat kürzlich Pläne für Modernisierungen und Erweiterungen von Museen in ganz Griechenland genehmigt.

 

Chios, Trikala, Sparta, Thyrreio und Ermioni sollen neue Ausstellungen erhalten, in denen regionale Ausgrabungsfunde oder Artefakte aus Langzeitlagern gezeigt werden, die der Öffentlichkeit bisher verborgen blieben.

 

Die Auswirkungen von Museen auf die Wirtschaft kleiner Inseln dürften nicht so dramatisch ausfallen, da von den 100 archäologischen Museen Griechenlands einige der abgelegeneren Museen nur eine Handvoll Besucher verzeichnen. 

 

Dennoch sind die jüngsten Trends vielversprechend und fördern den Aufbau weiterer Dienstleistungen in der Region, von denen sowohl Touristen als auch Einheimische profitieren können.

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