Warum wächst der Markt für Kurzzeitvermietungen in Griechenland so schnell?

Markt-Einblicke

06.09.2024

Laut einer aktuellen Studie von Grant Thornton gibt's in Griechenland einen enormen Anstieg der Sharing Economy, ein schnelles Wachstum des Marktes für Kurzzeitvermietungen und die damit verbundenen Veränderungen für die lokalen Gemeinden. Mehr Infos über die Lage des griechischen Tourismus gibt's bald.

Warum wächst der Markt für Kurzzeitvermietungen in Griechenland so schnell?

Die Sharing Economy in Griechenland, vor allem der Markt für Kurzzeitvermietungen (wie Airbnb), wächst laut einer aktuellen Studie von Grant Thornton so schnell wie nie zuvor und überholt damit traditionelle Branchen wie Hotels. In den letzten Jahren haben Kurzzeitvermietungen in Bezug auf die verfügbaren Betten landesweit fast zu den Hotels aufgeholt und sie in einigen Regionen wie Athen sogar überholt.

Wie schnell wächst der Markt für Kurzzeitvermietungen im Vergleich zu Hotels?

Im Jahr 2019 boten Hotels in Griechenland rund 856.000 Betten an, während Kurzzeitvermietungen etwa 428.000 Betten zur Verfügung stellten. Bis 2023 stieg die Zahl der Hotelbetten leicht auf 886.000, während die Zahl der Kurzzeitvermietungen auf 858.000 Betten stieg – ein Wachstum von 100 % für die Sharing Economy im Vergleich zu einem Anstieg von nur 3,5 % im Hotelsektor. 

 

In Athen sind die Veränderungen besonders krass. Im Jahr 2019 boten Hotels in der Hauptstadt 30.200 Betten an, während Kurzzeitvermietungen 29.200 Betten zur Verfügung stellten. Bis 2023 stieg die Zahl der Hotelbetten auf 35.000, aber die Zahl der Kurzzeitvermietungen hat sich auf 63.200 mehr als verdoppelt. In der gesamten Region Attika ist der Trend ähnlich: Bis Ende 2023 wird es mehr als 114.000 Betten in Kurzzeitvermietungen geben, verglichen mit 68.000 in Hotels. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für Hotelbetten liegt bei nur 0,9 %, während Kurzzeitvermietungen um beeindruckende 19 % pro Jahr gewachsen sind.

Welche Veränderungen bringt das schnelle Wachstum der Sharing Economy mit sich?

Der schnelle Aufstieg der Sharing Economy wirft Fragen über ihre Auswirkungen auf lokale Gemeinden und die Tourismusbranche im Allgemeinen auf. Der Präsident der griechischen Hotelkammer, Alexandros Vassilikos, betonte, dass die Hotelbranche zwar nichts gegen Kurzzeitvermietungen hat, aber dass es einer Regulierung bedarf. Griechenland ist nach wie vor eines der wenigen westlichen Länder ohne Beschränkungen für den Markt für Kurzzeitvermietungen. 

 

Vassilikos betonte, wie wichtig es ist, räumliche und zeitliche Beschränkungen sowie standardisierte Vorschriften einzuführen, um sicherzustellen, dass Kurzzeitvermietungen unter den gleichen Bedingungen wie andere Formen der Beherbergung angeboten werden.

 

„Das Ziel ist nicht nur ein quantitatives Wachstum im Tourismus“, erklärte er und betonte die Notwendigkeit von Investitionen in die Infrastruktur, die die Lebensqualität für Einwohner und Besucher gleichermaßen verbessern.

Wie wirkt sich der Anstieg der Kurzzeitvermietungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft aus?

Die Studie von Grant Thornton zu Kurzzeitvermietungen zeigt noch mehr die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dieses wachsenden Sektors. Im Jahr 2019 gab es insgesamt 38,5 Millionen Übernachtungen in Kurzzeitvermietungen, und bis 2023 sollen es 104,7 Millionen sein – ein krasser durchschnittlicher jährlicher Zuwachs von 28 %.

 

Dieses explosive Wachstum hat zu steigenden Mietpreisen in ganz Griechenland beigetragen, vor allem in Athen. Kurzzeitvermietungen können Preise erzielen, die 200 % bis 900 % höher sind als bei Langzeitmieten. In Gegenden wie Kallithea liegt die durchschnittliche Monatsmiete pro Quadratmeter für Kurzzeitvermietungen beispielsweise bei 32,40 €, verglichen mit 11,10 € für Langzeitmieten.

Wie kann Griechenland ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit in der Sharing Economy finden?

Da die Sharing Economy in Griechenland weiter wächst, ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und dem Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften zu finden.

 

Regelungen zu Sicherheit, Besteuerung und Umweltauswirkungen können dazu beitragen, dass sich die Sharing Economy auf nachhaltige Weise entwickelt, die sowohl den Einwohnern als auch den Touristen zugute kommt. Die Herausforderung besteht darin, dieses Gleichgewicht zu finden, um langfristiges Wachstum zu fördern, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen.

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