Der Kauf eines Eigenheims ist immer eine große Entscheidung, insbesondere wenn Sie in einem Land mit ungewohnten Vorschriften, Baunormen und Gepflogenheiten kaufen. Für viele internationale Käufer, die sich für griechische Immobilien interessieren, ist es üblich, sich für Objekte zu entscheiden, die noch im Planungsstadium oder im Bau sind. Dies wirft viele Fragen auf: Wie läuft der Bauprozess in Griechenland ab? Warum sehen so viele Häuser unfertig aus? Und was sollten Käufer wissen, wenn sie ein noch nicht fertiggestelltes Haus in Betracht ziehen?
Um Licht in diese Themen zu bringen, führte uns ein Bauingenieur durch die Phasen des Hausbaus in diesem Land und erläuterte die Gründe für einige seiner einzigartigsten Merkmale.
Von Grund auf: Wie Häuser in Griechenland gebaut werden
Der erste Schritt beim Bau ist die Erdarbeiten. Das bedeutet, das Grundstück vorzubereiten und die Fundamentgräben auszuheben, die die Grundlage für alles Weitere bilden. Dann folgt das, was die Griechen gemeinhin als „μπετόν καθαριότητας“ bezeichnen, den „Blindbeton“ – eine dünne, saubere Betonschicht, die vor dem Gießen des Hauptfundamentbetons auf den Boden aufgebracht wird. Darauf folgen die Stahlbetonfundamente und das Betonskelett. Dies ist der tragende Rahmen des Hauses: die Säulen, Balken und Decken.
Sobald der Beton ausgehärtet ist, beginnen die Bauarbeiter mit dem Errichten der Wände. Es werden Ziegel- oder Blockwände errichtet, die den Raum in Zimmer unterteilen und dem Haus seine erkennbare Form verleihen. Sobald die Wände stehen, wird die interne Infrastruktur installiert: Sanitär, Elektroinstallation, Heizung und Dämmung. Darauf folgt der Putz, der in der Regel in drei Schichten aufgetragen wird. Dann folgen Dach, Fenster, Türen und Bodenbeläge. Schließlich wird das Haus mit Fliesen, Anstrichen und Einbauten fertiggestellt.
Auch wenn dieser Ablauf denjenigen, die mit Bauweisen in anderen Ländern vertraut sind, bekannt vorkommen mag, gibt es kulturelle Elemente, die griechische Gebäude buchstäblich hervorstechen lassen.
Was hat es mit den Eisenstangen auf sich?
Eine der am häufigsten gestellten Fragen ausländischer Käufer lautet: „Warum ragen bei einigen griechischen Häusern Metallstangen aus dem Dach?“
Diese Stahlstangen, die oft an unfertigen Gebäuden zu sehen sind, werden als „Anamonés“ (Vorkehrungen) bezeichnet. Entgegen der landläufigen Meinung sind sie kein Zeichen für Steuerhinterziehung. Vielmehr spiegeln sie eine tief verwurzelte Tradition wider: die Struktur offen zu lassen für eine mögliche zukünftige Erweiterung. In vielen griechischen Familien war es üblich, den Anbau eines zweiten oder dritten Stockwerks einzuplanen, wenn ein Kind heranwuchs und eigenen Raum benötigte. Indem man das strukturelle „Skelett“ offen ließ, war es einfacher – und kostengünstiger –, später weiterzubauen.