Wenn Sie darüber nachdenken, eine Immobilie in Griechenland zu erwerben, stoßen Sie möglicherweise auf zwei Rechtsbegriffe, die einfach klingen, aber eine wichtige Rolle beim Immobilienbesitz spielen: horizontales und vertikales Eigentum. Auf den ersten Blick mögen diese Begriffe wie reine technische Unterscheidungen erscheinen. Tatsächlich prägen sie jedoch wesentliche Aspekte des Eigentums, wie beispielsweise die Struktur der Immobilie, die gemeinsame Nutzung von Gemeinschaftsflächen, die Rechte und Pflichten der Eigentümer sowie die gegebenenfalls geltenden Instandhaltungspflichten.
Was bedeutet horizontales Eigentum in Griechenland?
Beginnen wir mit den Grundlagen. Ein „horizontales Eigentum“ bezieht sich auf das ausschließliche Eigentum an einer bestimmten Einheit (wie einer Wohnung, einer Maisonette oder einer Villa), kombiniert mit dem Miteigentum an dem Grundstück und den Gemeinschaftsflächen. In einigen Fällen kann eine Einheit mit ausschließlichen Nutzungsrechten für bestimmte Bereiche (wie einen privaten Garten oder einen Parkplatz) verbunden sein, die dem Eigentümer dieser Einheit zur ausschließlichen Nutzung vorbehalten sind. Wenn solche ausschließlichen Nutzungsrechte bestehen, werden sie in der Gründungsurkunde der horizontalen Eigentumsgemeinschaft klar angegeben.
Diese Art des Eigentums findet sich in Gebäuden oder Komplexen mit mehreren Einheiten, auch wenn diese nicht übereinander angeordnet sind.
Wenn Sie also eine solche Immobilie erwerben, besitzen Sie Ihre Einheit exklusiv, teilen sich jedoch das Eigentum und die Verantwortung für das Grundstück und die Gemeinschaftsflächen mit den anderen Eigentümern.
Das bedeutet, dass Sie einer Hausordnung unterliegen, die alle Aspekte der Gemeinschaftsflächen und der Beziehungen zwischen den Miteigentümern regelt – von der Durchführung von Reparaturen über zulässige Umbauten bis hin zu Vorschriften bezüglich Lärm oder Kurzzeitvermietungen. Diese Vorschriften finden sich in der Gründungsurkunde der Wohnungseigentümergemeinschaft und in der Hausordnung und sind wichtig, da sie die Erwartungen in den Gemeinschaftsräumen festlegen. So kann beispielsweise die Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach oder die Vornahme von Änderungen an der Fassade des Gebäudes die Zustimmung der anderen Miteigentümer erfordern. Kurz gesagt: Das Wohnungseigentum ist aufgrund des gemeinschaftlichen Charakters der Immobilie oft mit einer Reihe von Regeln verbunden.