Antiparochi wurde als Möglichkeit entwickelt, Wohnraum für die neuen Einwohner Athens zu schaffen. Antiparochi bedeutet so viel wie „gegenseitiger Austausch“. Und so funktioniert es: Der Grundstückseigentümer überlässt einem Bauunternehmer ein Baugrundstück, auf dem dieser ein Mehrfamilienhaus errichtet. Im Gegenzug erhält der Grundstückseigentümer mehrere Wohnungen in dem fertiggestellten Gebäude. Auf diese Weise konnten Bauunternehmer Projekte realisieren, ohne hohe Investitionen in den Erwerb von Grundstücken tätigen zu müssen. Heute werden diese Gebäude als „Polykatoikia“ bezeichnet. Wenn Sie schon einmal in Athen waren, sind Sie an den Anblick hoher, einheitlicher Betonwohnblocks mit einheitlichen Balkonen gewöhnt, die sich so weit das Auge reicht erstrecken.
Laut Panos Dragonas, Professor für Architektur an der Universität von Patras, gab es kein spezifisches Gesetz, das diese Transaktion erlaubte. Die Griechen selbst hatten sich das ausgedacht. Die Regierung erkannte die vielen Vorteile und griff nicht ein. Sie fügte lediglich einige wenige Einschränkungen hinzu, wie eine Begrenzung der Höhe der Wohnungen und ein Verbot, auf archäologischen Stätten zu bauen.
Die griechische Regierung verfolgte damit das Ziel, den Bau anzukurbeln, um die griechische Wirtschaft zu stärken. Auch das damalige Steuersystem begünstigte Neubauten, da Immobilienübertragungen (im Gegensatz zu Neubauten) hoch besteuert wurden. Für Bauunternehmer waren niedrige Baukosten ideal, da sie so keinen hohen Kredit benötigten, um mit dem Bau zu beginnen.