In Griechenland endet die Urlaubssaison nicht am Neujahrstag. Stattdessen gipfelt sie in einem der symbolträchtigsten Feste des Jahres: Dreikönigstag, auf Griechisch bekannt als Theofania. Mehr als ein religiöser Feiertag steht Epiphanie in Griechenland für den Triumph des Lichts über die Dunkelheit, für einen spirituellen “Neuanfang” für Einzelne und Gemeinschaften.
Für jeden, der in Griechenland lebt oder davon träumt, hier ein Haus zu besitzen, bietet das Dreikönigsfest einen der authentischsten Schnappschüsse der lokalen Kultur. Von der Segnung des Wassers bis hin zu alten Volksritualen zeigt dieser Tag die tiefe Verbundenheit der Griechen mit der Natur und der Tradition.
Der Segen des Wassers: Ein Tauchgang als Glücksbringer
Im Mittelpunkt des Dreikönigsfestes steht einer der ikonischsten Bräuche Griechenlands: die Segnung des Wassers, gefolgt von einem dramatischen Kreuzsprung.
In den Küstenstädten, Seedörfern und Flüssen des Landes wirft ein Priester ein Holzkreuz ins Wasser. Dutzende von mutigen Schwimmern, in der Regel junge Männer, heute aber zunehmend auch Frauen, tauchen im Januar in die eisigen Fluten, um es zu bergen.
Derjenige, der mit dem Kreuz in der Hand auftaucht, soll Gesundheit, Schutz und Glück für das ganze Jahr erhalten. Die Einheimischen sagen oft, dass sich der Segen nicht nur auf den Taucher, sondern auch auf seine Familie, sein Haus und seine Gemeinde erstreckt. Dieses Ritual findet überall statt, von den Häfen der griechischen Inseln bis zu den Flüssen der Dörfer auf dem Festland, und schafft ein Spektakel der Einheit und Erneuerung. Für Neuankömmlinge und Hausbesitzer, die zum ersten Mal in Griechenland überwintern, ist das Kreuztauchen ein unvergessliches Erlebnis: eine eindrucksvolle Erinnerung an die starken Traditionen und den Gemeinschaftsgeist des Landes.
Dies ist das wichtigste Ereignis, das jedes Jahr am 6. Januar stattfindet. Lassen Sie uns nun in einige der obskureren griechischen Bräuche der Epiphanie eintauchen.
Hermioni: “Yala-Yala” und die festlichen Boote
In der Küstenstadt Hermioni, in der Region Peloponnes, Die Feierlichkeiten zum Dreikönigsfest beginnen bereits am Vorabend. Junge Männer, die bald in die Armee eintreten werden, schmücken Boote mit Palmblättern. Sie besuchen die Häuser des Dorfes und erhalten Leckereien und Segenswünsche, bevor sie sich wieder auf den Booten versammeln und das traditionelle “Yala-Yala” singen.”
Am Dreikönigsmorgen tauchen sie von denselben Booten aus, um das Kreuz zu holen, und verbinden so die Tradition der Marine mit der Freude der Einheimischen.
Nordgriechenland: Uralte Rituale, Trommeln und Masken
In Mazedonien und Thrakien ist die Epiphanie verbunden mit Dionysische Traditionen die Jahrhunderte zurückreichen. Einige der berühmtesten sind:
Die “Arapiden” des Dramas
Die Männer tragen schwere Ziegenfelle, große gehörnte Masken und läutende Hirtenglocken. Die Gruppen ziehen durch die Dörfer und erzeugen rhythmischen Lärm, der die bösen Geister vertreiben soll. Die Anführer simulieren einen rituellen Kampf und die Wiederauferstehung, einen symbolischen Sieg des Lebens über den Tod.
Die “Bambougera” von Kali Vrysi
Ziegenartige Gestalten mit geschwärzten Gesichtern tanzen durch die Straßen und rufen nach Fruchtbarkeit, Erneuerung des Landes und guten Ernten.
Die “Momogeroi”
Ein satirisches Volksdrama, das in Höfen und auf Dorfplätzen aufgeführt wird und in dem Figuren wie die Braut, der Bräutigam und sogar der Teufel auftreten. Diese lebhaften Aufführungen bringen Lachen und Freude nach der Feierlichkeit des Winters.
Dreikönigstag am Meer: Symi, Kalymnos und die Inseln
Das Inselleben verleiht dem Dreikönigsfest eine besondere Note. Auf Symi und Kalymnos, zwei Inseln mit langer maritimer Tradition, ist das Kreuztauchen ein großes Ereignis. Die Taucher wetteifern nicht nur darum, das Kreuz zu bergen, sondern versuchen auch, so lange wie möglich unter Wasser zu bleiben, während die Fischer zum Schutz einen Kreis von Booten um sie herum bilden. Die Szene verbindet Mut, Spiritualität und die untrennbare Verbindung der Inseln mit dem Meer.
Einzigartige lokale Bräuche in ganz Griechenland
Lefkadas Heilige Orangen
Zusammen mit dem Kreuz werfen die Priester gebundene Bündel von Orangen ins Meer. Diese gesegneten Früchte werden später in der Nähe von Ikonen zum Schutz aufgehängt.
Thessaliens Flusssegen
Die Dorfbewohner tragen Ikonen in die Flüsse und tauchen sie in das eiskalte Wasser, um sich zu reinigen. Manche segnen sogar ihre Felder mit dem heiligen Wasser, um eine reiche Ernte zu erzielen.
Kos und die “Marmariten”
Die Familien backen dünnes Gebäck auf erhitzten Marmorplatten und servieren es mit Honig und Zimt, eine süße Art, das Ende der Weihnachtszeit zu begehen.
Ein Fest des Lichts und der Erneuerung
Das Dreikönigsfest in Griechenland ist eine Mischung aus christlicher Symbolik, alten Ritualen, maritimen Traditionen und gemeinschaftlichen Versammlungen. Ob in einem Bergdorf oder in einem Hafen am Meer, der Feiertag steht für Reinigung, Hoffnung und das Versprechen auf bessere Tage.














