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Architektur in Griechenland24.05.2023
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Traditionelle Häuser auf Tinos sind, ähnlich wie auf den übrigen griechischen Inseln, schlicht und zweckmäßig gestaltet. Tinos ist zwar für seine Boutique-Hotels bekannt...
Die traditionellen Häuser auf Tinos sind, ähnlich wie auf den übrigen griechischen Inseln, schlicht und zweckmäßig gestaltet.
Zwar ist Tinos für seine Boutiquen und Kunstgalerien bekannt, doch müssen Sie nicht weit gehen, um eine Ausstellung zu besuchen, denn die Häuser selbst sind wie Kunstwerke.
Historisch gesehen wurden die Häuser auf Tinian mit zwei Stockwerken und einer Außentreppe gebaut. Im Erdgeschoss befanden sich in der Regel der Backofen, der Stall, die Weinpresse und die Vorratsräume. Im Obergeschoss waren die Schlafzimmer der Familie, die Küche und die Feuerstelle untergebracht.
Bögen verbanden oft die Innenwände und waren notwendig, um das Dach zu stützen, da zu jener Zeit keine hölzernen Stützbalken verwendet wurden. Stauräume wurden in der Regel nicht durch Truhen, Bücherregale und Schubladen abgegrenzt, sondern durch Nischen in den Wänden.
Es ist bemerkenswert, dass die Häuser hier zweistöckig waren und über separate Unterkünfte für Tiere verfügten. Dies unterschied sich vom Rest Griechenlands zu jener Zeit und zeigte, dass der Lebensstandard auf Tinos für die damalige Epoche hoch war.
Gemäß der mittelalterlichen Tradition bestanden die Mauern auf Tinos früher aus Naturstein und waren nicht gestrichen. Dies tarnt die Dörfer vor Piraten, und Überreste dieses traditionellen Stils sind noch heute zu sehen. Heutzutage wurden sie aus touristischen Gründen (oder vielleicht, um sich dem Weiß der Kirchen anzupassen) strahlend weiß gestrichen. Deshalb sehen wir heute auf der Insel einige der schönsten weißen Häuser Griechenlands.
Ein Spaziergang durch die gepflasterten Gassen von Tinos gleicht einem Besuch in einer Kunstgalerie. Türen und Fenster sind mit leuchtenden Blautönen verziert, und die Außenwände weisen exquisite „Stürze“ auf.
Stürze (Oberlichter oder Fotothyrides) sind sehr verbreitete Elemente in traditionellen Gebäuden auf Tinos.
Sie werden in der Regel über Türen und Fenstern angebracht und dienten dazu, das Haus gleichzeitig zu belüften und zu beleuchten. Abgesehen von ihrem funktionalen Zweck sind Stürze auf Tinian für ihre charakteristischen Motive und Themen bekannt.
Meistens sind Fische, Vögel, Boote, Segelboote und Blumen darauf abgebildet. In einigen Fällen wurden neben den Stürzen Wappen angebracht, um den sozialen Status der Bewohner zu kennzeichnen – eine Tradition, die von Beamten aus der venezianischen Ära geprägt wurde.
Nicht jedes Haus auf Tinos hat eine eigene Kapelle, aber es kommt einem durchaus so vor. Schätzungen zufolge gibt es auf Tinos über 1000 Kapellen. Rechnet man das einmal nach, ergibt das eine Kapelle pro neun Einwohner.
Diese Kapellen wurden von den Einheimischen als Hommage an den Schutzpatron ihrer Familie errichtet. Dies galt als Pflicht. Es reichte nicht aus, die Kapelle lediglich zu bauen. Der Eigentümer ist auch dafür verantwortlich, sie instand zu halten, die Öllampen anzuzünden (man könnte sagen: fromm) und am Festtag des Heiligen eine Mahlzeit zuzubereiten.
Es wird auch erzählt, dass während der Zeit der Ikonoklasie viele Ikonen vergraben wurden. Als sie später wieder ausgegraben wurden, war es Tradition, an der Fundstelle eine Kapelle zu Ehren des Heiligen zu errichten. In der Regel sind die Kapellen aus Stein gebaut, und die Außenwände sind mit Kalk verputzt, um ihnen ihren strahlend weißen Farbton zu verleihen. Dadurch fügen sich die Kapellen auf Tinos harmonisch in den Stil der weißen Häuser Griechenlands ein.
Nicht nur die Einwohner von Tinos haben einen guten Geschmack, was das Design angeht.
Taubenschläge prägen die Landschaft von Tinos und sind ein einzigartiges Merkmal der Insel. In der venezianischen Zeit, bevor die Türken 1715 einmarschierten, errichteten die venezianischen Eliten spezielle Häuser für Tauben. Erst später, als die Türken die Macht übernahmen, gingen diese Häuser in den Besitz der tinianischen Grundbesitzer über.
Es soll über 600 davon auf der Insel geben, von denen einige bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurden. Die Tauben galten bei den Einheimischen als Quelle für Fleisch und Dünger und waren ein wesentlicher Bestandteil des Handels mit der umliegenden Region, insbesondere in der venezianischen Zeit. Sie züchteten Tauben systematisch und exportierten sie bis nach Smyrna und Konstantinopel.
Anders als heute galten Tauben damals als hochwertige und nahrhafte Speise. Sie wurden üblicherweise in Gläsern mit Essig eingelegt.
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