Wie kann ich in Griechenland ein nachhaltiges Haus bauen?

Architektur in Griechenland

16.08.2024

Nature in Greece

Suchst du ein Haus in Griechenland und möchtest sichergehen, dass es nachhaltig gebaut ist? Möchtest du ein Haus in Griechenland besitzen und gleichzeitig die wunderschöne Natur Griechenlands schützen? Auf welche Merkmale solltest du bei Häusern in Griechenland achten, damit sie sich positiv auf die Umwelt auswirken?

Nature in Greece

1. Höhlenwohnungen

Noch vor wenigen Jahren gab es neu gebaute Höhlenwohnungen (auch bekannt als „Yposkafo” – wörtlich „in den Boden gebaut”) nur auf den bekanntesten griechischen Inseln wie Santorin. Weil der Boden dort vulkanisch ist und sich super zum Bau von Höhlenwohnungen eignet, konnten Bauherren erfolgreich in den Fels graben. 

 

Das änderte sich 2012, als eine neue Regelung verabschiedet wurde, die den Bau von bis zu 50 % der zulässigen Quadratmeterzahl des Grundstücks erlaubt (solange es sich teilweise um Yposkafo handelt). Dies war eine großartige Maßnahme, um den Tourismus anzukurbeln und gleichzeitig die wunderschöne Naturlandschaft Griechenlands zu erhalten. 

 

Höhlenhäuser sind nachhaltig, weil sie energieeffizienter sind und weniger Kühlung und Heizung brauchen. Außerdem fügen sie sich natürlicher in die Umgebung ein.  

Cave House, Zeropixel Architects
Höhlenhaus, Zeropixel Architects

2. Grüne Dächer

Hast du schon mal darüber nachgedacht, einheimische griechische Pflanzen auf deinem Dach anzupflanzen? Diese Dachtechnik wird wegen ihrer vielen Vorteile immer beliebter. Zum Beispiel verhindert eine Schicht Erde auf deinem Dach, dass die heiße Sonne des griechischen Sommers direkt auf das Dach scheint und das Haus aufheizt.

 

Gründächer können auch einen Lebensraum auf einer Fläche schaffen, die sonst nicht genutzt würde. Das bedeutet, dass einheimische Vögel und Kleintiere zu Besuch kommen können. 

 

Gründächer verleihen dem Gebäude einen ästhetischen Mehrwert, und aufgrund des Trends zur ökologischen Nachhaltigkeit sind Käufer möglicherweise eher bereit, einen Aufpreis für ein Haus mit Gründach zu zahlen. 

Corfu Sunset Villas, Green Roof
Corfu Sunset Villas, Gründach

3. LEED-Zertifizierung

Das erste Projekt in Griechenland, das bei LEED registriert wurde – einer internationalen Auszeichnung für nachhaltige Gebäude – war das Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung im Jahr 2008. Der Karela Office Park in Paiania war der erste, der zertifiziert wurde und 2013 den Gold-Status erhielt.

 

Heute sind in Griechenland über 100 Projekte bei LEED registriert. 47 sind zertifiziert, acht haben den Platin-Status.

 

In Griechenland ist die LEED-Zertifizierung nicht nur eine Umweltentscheidung, sondern auch eine geschäftliche Entscheidung. Laut einem Bericht über weltweite Trends im Bereich des ökologischen Bauens kann ökologisches Bauen in den ersten 12 Monaten des Betriebs zu Gesamteinsparungen von 10,5 % und in den ersten fünf Jahren zu Einsparungen von 16,9 % führen. 

Stavros Niarchos Foundation

4. Bauen mit lokalen Materialien

Die Griechen waren schon immer gut darin, das zu nutzen, was in der griechischen Landschaft natürlich verfügbar ist, ohne Baumaterialien aus anderen Ländern zu importieren.

 

Bauen mit Marmor

Schon zu Zeiten der Römer war Griechenland für seinen schönen Marmor bekannt. Grüner und roter Marmor kam aus dem Peloponnes, grauer Marmor aus Evia und schwarzer Marmor aus Chios. Grüner Marmor war auch in Skyros und Tinos zu finden, und Thasos hat einen schönen weißen Marmor. Einer der berühmtesten Marmore Griechenlands ist der Pentelische Marmor, der in den Bergen in der Nähe von Athen gefunden wird.

 

Unten siehst du ein Beispiel von K-Studio für ein Haus in Mykonos, wo die Böden, Badezimmer und Nachttische aus griechischem Marmor gemacht wurden. 

Villa Mandra | K-Studio | Fotografie von Claus Brechenmacher & Reiner Baumann

Bauen mit Stein 

Griechenland ist auch super darin, lokalen Stein zu nutzen. In den Mastorochoria (Steinmetzdörfern) im Norden Griechenlands findest du traditionelle Steinhäuser, die historisch aus lokalem Stein gebaut wurden. 

 

Diese Steinhäuser wurden (und werden auch heute noch) vor allem aus praktischen Gründen gebaut. In den kälteren Monaten waren sie leicht zu heizen, während die dicken Steinmauern sie in der warmen Jahreszeit kühl hielten.

 

Viele der heute in Nordgriechenland zu findenden Steinhäuser sind das Werk dieser Meistersteinmetze und werden noch immer bewohnt. Darüber hinaus ist die Tradition des Steinbaus ein Handwerk, das nicht nur in Nordgriechenland, sondern auch auf dem Peloponnes, dem Pilion und Kreta noch immer sehr lebendig ist.

 

Die Verwendung lokaler Materialien ist nicht nur gut für die Umwelt (im Vergleich zum Import von Materialien aus anderen Ländern), sondern trägt auch dazu bei, dass sich ein Haus besser in die umgebende Landschaft einfügt. 

Das Dorf Papigo mit seinen Steinhäusern, Epirus

5. Renovierung historischer Gebäude

Allein die Instandhaltung alter Gebäude verbraucht Energie und verursacht CO2-Emissionen. Wenn man ein bestehendes Gebäude abreißt, um ein neues zu bauen, kann es bis zu 80 Jahre dauern, bis die Energieauswirkungen ausgeglichen sind. In vielen Fällen ist es besser für die Umwelt, alte Gebäude zu renovieren. Griechenland ist besonders gut darin, seine historischen Gebäude, die nicht mehr genutzt werden, wiederzuverwenden.

 

Renovierung historischer Windmühlen 

Das Windmill Kimolos Hotel liegt auf der kleinen Vulkaninsel Kimolos und ist eine der wenigen traditionell restaurierten Windmühlen in Griechenland.

 

Die Windmühle von Kimolos wurde 1852 gebaut und war viele Jahre lang in Betrieb. Nach zwei Jahren wurden im Inneren zwei Wohnungen gebaut, in denen Nutztiere untergebracht wurden. Die Windmühle war bis 1930 in Betrieb und wurde von vielen Einheimischen als „O Mylos tou Giatrou” oder „Die Windmühle der Ärzte” bezeichnet, weil dort zwei Generationen lang eine Familie von Ärzten lebte. 

 

Vor kurzem wurde die Windmühle renoviert und in ein Hotel umgewandelt, in dem man heute übernachten kann. 

Windmill House | © Aria Hotels | Nikiforos Stamenis

Renovierung historischer Turmhäuser 

Tief im Peloponnes liegt die Stadt Vathia – ein malerisches befestigtes Dorf, in dem jedes Haus wie eine kleine Burg gebaut ist. Die sogenannten „Turmhäuser” stehen dicht beieinander und sind so angeordnet, dass sie sich gegenseitig schützen. Viele dieser Türme wurden im 18. und 19. Jahrhundert gebaut, um sich vor den Osmanen, Piraten und anderen Angreifern zu schützen.

 

Einige dieser Türme werden heute nicht mehr genutzt. Einige Einheimische haben einen Weg gefunden, sie durch Restaurierungen zu retten.  

In dem umgebauten Turm, der jetzt als „Dandy Villas” bekannt ist, betrittst du ein Wohnzimmer mit den traditionellen Räumen, die einst von den Familien genutzt wurden, die darin lebten. Als erstes siehst du den Kamin und die sogenannte „Fotoecke”, wo die Familien ihr Essen zubereiteten. 

 

Du musst durch die niedrigen Öffnungen der Korridore gehen, die einst so gebaut wurden, um Besuchern den Zugang zu erschweren. Außerdem findest du modernen Komfort wie einen Whirlpool und einen kleinen Teich im Außenbereich, die eine Mischung aus Alt und Neu schaffen. 

Dandy Villas Tower House Mani-Nomia

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