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Griechenlands Strandtuch-Revolte

Aktuelles

25.09.2023

Greek Beach, photo by Nick Karvounis

Wenn Sie schon einmal in Griechenland waren, wissen Sie, wie atemberaubend die Strände auf den griechischen Inseln sind. Goldener Sand und kristallklares Wasser unter der allgegenwärtigen griechischen Sonne. Was aber, wenn diese Idylle von Demonstranten unterbrochen würde, die über Lautsprecher rufen und Schilder mit der Aufschrift „Reclaim the Beach“ hochhalten? Genau das ist die Situation auf Paros, wo Demonstranten dafür kämpften, Liegestühle vom Strand zu entfernen, und Teile der griechischen Verfassung vorlasen.

Hafen von Paros

Bewegung „Save Paros Beaches“

Diese Proteste begannen im Mai 2023 auf Paros. Derzeit muss man auf Paros für einen Liegestuhl bezahlen, um am Strand sitzen zu können. Für die Einheimischen stehen die Liegestühle für eine Regierung, die Touristen gegenüber Einheimischen bevorzugt. Auf Facebook gründeten Einwohner von Paros eine Seite namens „Save Paros Beaches“ und setzten sich für strengere Beschränkungen für die Liegestühle ein, von denen viele illegal dort stehen. 

 

Einige Einheimische sagen, dass die Liegestühle zehnmal so viel Platz einnehmen, wie erlaubt ist. Die Bewegung fand Unterstützung, und am 3. September fand an verschiedenen Orten in Griechenland am selben Tag eine gemeinsame Demonstration statt.

Santa Maria Beach, Paros

Proteste auf anderen griechischen Inseln

Auch auf der Nachbarinsel Naxos und auf Kreta fanden eigene Demonstrationen statt. Auf Rhodos, Ägina und in der Region Attika gab es ebenfalls Proteste. 

 

Proteste fanden auch auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden sowie auf den Ionischen Inseln (Lefkada, Kefalonia, Korfu usw.) statt, wo einige Verleihfirmen Liegestühle an Stränden aufgestellt haben, die eigentlich frei zugänglich sein sollten. 

Sommer auf Paros

Paros ist eine der meistbesuchten Inseln der Kykladen, deren Einwohnerzahl sich im Sommer verzehnfacht. Einige Unternehmen nutzen die Touristen aus und verlangen bis zu 120 Euro für sogenannte „VIP“-Liegestühle. Infolgedessen haben die lokalen Behörden an einigen Stränden keine Lizenzen für Liegestühle erteilt. 

 

Giorgos Arkoulis, Inhaber des lokalen Restaurants „Dixty“, das seit 28 Jahren auf Paros besteht, erhielt keine Lizenz für Liegestühle. Er stellte die Stühle dennoch auf, da er davon ausging, dass es keine Probleme geben würde. Er wurde jedoch gezwungen, die Stühle wieder wegzuräumen, was bei einigen seiner Kunden zu Beschwerden führte. 

Strand in Griechenland mit Liegestühlen

Mehr als nur ein Liegestuhl

Die Wut über die Aufstellung von Liegestühlen an freien Stränden rührt zum Teil daher, dass die Griechen eine sehr persönliche Beziehung zum Meer haben. Das Konzept „privater“ Strände widerspricht einer der Grundfreiheiten des griechischen Sommers – dem Zugang zum Mittelmeer. Gleichzeitig symbolisiert es die Entwicklung eines Landes, das sich ausschließlich auf Touristen konzentriert – eine Sichtweise, die die Griechen in Zukunft ändern möchten.

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